Wie zitiere ich richtig?


Ein Zitat ist immer die genaue Wiedergabe von etwas, das jemand geschrieben bzw. gesagt – in dem Fall die Wiedergabe einer wörtlichen Rede – hat. Eine solche Wiedergabe muss wortgetreu erfolgen und mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden. In einem wissenschaftlichen Text muss außerdem die Quelle angegeben werden.

 

 

Der Begleitsatz

Um ein Zitat in den Textfluss einzubinden, verwendet man Begleitsätze. Diese können dem Zitat voran- oder nachgestellt werden oder es unterbrechen, indem sie eingeschoben werden. Als weitere Möglichkeit kann auch das Zitat oder ein Teil des Zitats in den Begleitsatz eingeflochten werden.

 

1) Der Begleitsatz ist dem Zitat vorangestellt

 

Im Jahr 1818 schrieb A. G. Kleinmüller: »Die Kunst steht noch am Anfang.«

 

2) Der Begleitsatz steht nach dem Zitat

Steht das Zitat vor dem Begleitsatz, so endet es mit dem schließenden Anführungszeichen vor dem Satzzeichen, da dieses nicht mehr zum Zitat gehört. Sollte sich an dieser Stelle im Zitat ein Satzzeichen – Komma, Semikolon, Punkt oder Gedankenstrich – befinden, so fällt es weg:

 

Original:

Die Kunst steht noch am Anfang. Man wird sehen, was wird.

Die Kunst steht noch am Anfang, man wird sehen.

Die Kunst steht noch am Anfang – man wird sehen.

Die Kunst steht noch am Anfang; man wird sehen.

 

Zitat: »Die Kunst steht noch am Anfang«, schrieb A. G. Kleinmüller 1818.

 

Achtung: Eine Ausnahme ergibt sich, wenn das Zitat mit einem Frage- oder Ausrufezeichen endet, denn diese Satzzeichen bleiben auch bei dieser Konstellation erhalten:

 

»Steht die Kunst noch am Anfang?«, schrieb A. G. Kleinmüller 1818.

 

»Die Kunst steht noch am Anfang!«, schrieb A. G. Kleinmüller 1818.

 

(vgl. Duden »Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen«, Stichwort »Wörtliche Wiedergabe« 279)

 

3) Der Begleitsatz ist in das Zitat eingeschoben

In diesem Fall bleiben die schließenden Satzzeichen des Zitats erhalten.

 

»Die Kunst«, schrieb A. G. Kleinmüller 1818, »steht noch am Anfang

 

Wird das Zitat an einem Komma mit dem Begleitsatz unterbrochen, so entfällt dieses bzw. wird durch das Komma außerhalb des Zitats »ersetzt«:

 

Original: Die Kunst, sie steht noch am Anfang.

 

Zitat: »Die Kunst«, schrieb A. G. Kleinmüller bereits 1818, »sie steht noch am Anfang.«

 

Achtung: Wird das Zitat aber an einem Semikolon oder Doppelpunkt unterbrochen, so wird dieses Satzzeichen an die Stelle nach dem eingeschobenen Begleitsatz versetzt und steht dabei vor dem öffnenden Anführungszeichen:

 

Original: Die Kunst: Sie steht noch am Anfang.

 

»Die Kunst«, schrieb A. G. Kleinmüller 1818: »Sie steht noch am Anfang.«

 

(vgl. Duden »Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen«, Stichwort »Wörtliche Wiedergabe« 280)

 

4) Das Zitat wird in den Begleitsatz eingeschoben

Auch bei dieser Variante verliert das Zitat seinen Schlusspunkt, während Frage- und Ausrufezeichen erhalten bleiben:

 

Auch später wiederholte A. G. Kleinmüller, der bereits 1818 geschrieben hatte: »Die Kunst steht noch am Anfang«, diese Aussage mit Nachdruck.

 

Später formulierte A. G. Kleinmüller, der 1818 gefragte hatte: »Steht die Kunst noch am Anfang?«, aus dieser Frage eine pointierte Aussage: »Die Kunst steht noch an ihrem Anfang!«, die er auch in seinen letzten Lebensjahren immer wieder bekräftigte.

 

(vgl. Duden »Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen«, Stichwort »Wörtliche Wiedergabe« 282)

 

5) Einschub eines Zitatteils in den Begleitsatz

Bei dieser Variante werden keine Auslassungspunkte, kein Doppelpunkt und auch kein Komma verwendet, sondern das Zitatfragment wird direkt in den Satz eingebunden:

 

A. G. Kleinmüllers radikale These der Kunst »am Anfang« erntete schon 1818 nicht bei jedermann Zustimmung. 

 

Das Satzschlusszeichen entfällt im Zitat (vgl. Duden »Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen«, Stichwort »Wörtliche Wiedergabe« 284):

 

Denn, wie bereits A. G. Kleinmüller schrieb, »die Kunst steht noch am Anfang«.

 

Beginnt der in den Begleitsatz einzuschiebende Zitatteil im Original mit einem großgeschriebenen Anfangswort, so darf dieses in das Satzinnere gezogen und kleingeschrieben werden. Analog dazu darf ein im Original kleingeschriebenes Wort im Zitat an den Satzanfang rutschen und dort großgeschrieben werden (vgl. Duden »Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen«, Stichwort »Wörtliche Wiedergabe« 285).

 

Achtung: Handelt es sich um ein längeres Zitat, bei dem auf den zitierten Satzteil noch ein ganzer Satz folgt, bleibt dessen Schlusspunkt erhalten (vgl. Duden »Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen«, Stichwort »Wörtliche Wiedergabe« 284).

 

Denn, wie bereits A. G. Kleinmüller schrieb, »die Kunst steht noch am Anfang. Wir werden sehen, was noch aus ihr wird.«