Der substantivierte Infinitiv

 

Wann schreibt man ein Verb im Infinitiv groß?

 

1) Wenn ein Artikel vor dem Infinitiv steht: das Instandsetzen des Daches

 

2) Wenn eine Präposition oder eine Verschmelzung vor dem Infinitiv steht:

 

Präposition: auf Biegen und Brechen

 

Verschmelzungen (hier steckt wieder ein Artikel drin): 

beim (bei dem) Restaurieren

am (an dem) Überarbeiten

zum (zu dem) Malen

 

3) Substantivierte Infinitive können komplexe Formen annehmen:

 

das Zustandekommen

das Sichverlieben

 

 

Wann schreibt man ein Verb im Infinitiv klein?

 

Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen »zu« und »zum« (»zu dem«). Bei »zu« wird der Infinitiv nicht substantiviert:

 

Er hatte so viel zu tun, dass er kaum noch zum Malen kam.

 

Ein Infinitiv, der direkt von einem Modalverb* abhängt, wird ebenfalls kleingeschrieben:

 

Sie konnte bildhauern. Er wollte lernen

 

* Modalverben sind: dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen + möchte, möchtest etc., die keinen eigenen Infinitiv bilden.

 

 

Wann ist Groß- und Kleinschreibung zulässig?

 

In allen Fällen, in denen der Infinitiv ohne Artikel oder eine andere nähere Bestimmung (s. o.) steht, kann groß- und kleingeschrieben werden, da der Satz mit beidem funktioniert:

 

Der Meister übte mit seinen Schülern zeichnen / [das] Zeichnen.

 

(vgl. Duden »Richtiges und gutes Deutsch«, Stichwort »substantivierter Infinitiv« 1)